Time wanderer (2015)

As I was invited to participate in the exhibition series Erratiker, I interpreted it as a project which stresses the aspect of displacement and wandering.

Contrary to the English word erratic (wanderer), the German word emphasizes the aspect of finding: Findling, something which has been found, but which seems to be strangely displaced. We all have found ourselves feeling displaced: Feeling like a Findling, waiting to be found and put into a context to which we belong, a context which gives us space, even a narrative. For me, born in Korea but raised as Norwegian and having found my home in Germany, displacement is part of my biography. But displacement is but a point of view, because the Findling never needed to be found: it was never lost or displaced. It is simply a wanderer, moved by ice and wandering through time.

Inside the container which I see as a Findling in its own right, I explore narrative structures which refer to the idea of time as single moments put together in the shape of a continuous line. In the four large scale textile works, the thread’s point-by-point movement through the fabric is a visualization of time and thereby a trace of our concrete actions. If the textile works are maps of my existence, the double layered photograph is a snapshot.

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Als ich dazu eingeladen wurde, am Projekt Erratiker mitzuwirken, interpretierte ich es als ein Projekt, das Deplatzierung und Wandern thematisiert.

Im Gegensatz zum englischen Wort für Findling, erratic (Wanderer), betont das deutsche Wort den Aspekt des Findens: Findling, etwas was gefunden wurde, aber seltsam fehl am Platz wirkt. Wir alle haben uns sicher einmal selbst deplatziert gefühlt: Wie ein Findling, darauf wartend, gefunden und in einen Kontext gerückt zu werden, einen Kontext der uns einen Raum gibt, gar ein Narrativ. Für mich, die in Korea geboren, in Norwegen aufgezogen wurde und in Deutschland eine Heimat fand, ist Deplatzierung Teil meiner Biografie. Deplatzierung ist jedoch nur ein Gesichtspunkt von vielen. Der Findling hatte es etwa nie nötig, gefunden zu werden, denn er selbst war niemals verloren oder fehl am Platz. Er ist einfach ein Wanderer, bewegt vom Eis, wandernd durch die Zeit.

Ich betrachte den Container selbst als Findling. In seinem Innern erkunde ich Erzählstrukturen, die auf Zeit als einzelne Momente, die in die Form einer kontinuierlichen Linie gebracht wurden, Bezug nehmen. In vier großformatigen Stoffwerken visualisiert die Punkt-für-Punkt-Bewegung des Fadens durch den Stoff die Zeit und ist mithin eine Spur unserer konkreten Handlungen. Insofern kartieren die Stoffwerke unsere Existenz und die mit Doppelebenen realisierten Photographien entsprechen einem Schnappschuß.